Mathe 11 · Klausur 2

Anschaulich lernen statt Formeln auswendig sammeln

Mobile Lernseite zu Bogenmaß, trigonometrischen Funktionen, Parametern, Polynomfunktionen, Ableitungsgraphen, Definitions- und Wertemenge sowie Grenzwerten.

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Der rote Faden

Die Klausurthemen wirken getrennt. Eigentlich trainierst du aber immer dieselbe Fähigkeit: Du sollst Funktionen und Graphen lesen, verändern und begründen.

1. Winkel und Wellen Bogenmaß, Sinus, Kosinus, Amplitude und Periode.
2. Kurven verändern Parameter erklären: höher, breiter, gespiegelt, verschoben.
3. Verhalten analysieren Definitionsmenge, Wertemenge, Ableitung und Grenzwerte.
Prüfungssatz: Sag bei jeder Aufgabe zuerst, was der Graph macht. Danach rechnest du. Das verhindert viele typische Fehler.

1. Bogenmaß

Bogenmaß ist Winkelmessung über Kreisstrecken. Es ersetzt Grad nicht, sondern beschreibt denselben Winkel anders.

Bild im Kopf

Im Einheitskreis hat der ganze Kreisumfang die Länge . Deshalb entspricht ein ganzer Umlauf 360° = 2π.

360° = 2π 180° = π 90° = π/2
Merksatz: 180° = π. Daraus kannst du alle Standardwinkel ableiten.
π/2 0 / 2π π/2 π 3π/2 Viertelkreis: 90° = π/2

Je größer der Winkel, desto länger der Kreisbogen. Diese Bogenlänge ist das Bogenmaß.

Grad → Bogenmaß

Winkel in Grad · π / 180

Beispiel: 60° · π/180 = π/3

Bogenmaß → Grad

Winkel in Bogenmaß · 180 / π

Beispiel: 3π/2 · 180/π = 270°

GradBogenmaßVorstellung
30°π/6ein Zwölftelkreis
45°π/4ein Achtelkreis
60°π/3ein Sechstelkreis
90°π/2ein Viertelkreis
180°πhalber Kreis
360°ganzer Kreis
Typische Klausuraufgabe: 150° umrechnen

Rechne mit Grad · π/180:

150° · π/180 = 150π/180 = 5π/6

Also gilt 150° = 5π/6.

2. Trigonometrische Funktionen

Sinus und Kosinus sind Wellen. Die Parameter sagen, wie hoch, breit und verschoben diese Welle ist.

Grundform

f(x) = a · sin(b(x − c)) + d
ParameterBedeutung
aHöhe. Amplitude = |a|.
bBreite. Periode = 2π / |b|.
cVerschiebung rechts/links.
dVerschiebung oben/unten. Mittellinie y=d.
Fehlerquelle: Bei größerem b wird die Welle nicht länger, sondern kürzer. Die Periode wird kleiner.
a: Höhe2
b: Breite1
d: Mittellinie0

Auf dem Handy: Regler mit dem Daumen bewegen. Beobachte zuerst den Graphen, dann lies Amplitude und Periode ab.

Beispiel: f(x)=−3sin(2x)+1

Amplitude: |−3| = 3. Periode: 2π/2 = π. Mittellinie: y=1. Die Welle läuft von −2 bis 4.

3. Parameter bei Polynomfunktionen

Parameter sind Regler in der Funktionsgleichung. Sie verändern Form, Lage und Richtung des Graphen.

a: Öffnung1
c: Verschiebung0

Graph: f(x)=a·x²+c. a steuert Öffnung und Steilheit, c verschiebt nach oben oder unten.

Parabel-Regeln

a > 0: öffnet nach oben.

a < 0: öffnet nach unten.

|a| > 1: schmaler und steiler.

0 < |a| < 1: breiter und flacher.

c: verschiebt den Graphen nach oben oder unten.

Allgemeines Polynom

f(x)=a·x³+b·x²+c·x+d

Der Parameter d ist leicht zu erkennen: d=f(0). Er ist der y-Achsenabschnitt.

4. Eigenschaften von Polynomfunktionen

Polynome sind Funktionen ohne Brüche mit x im Nenner und ohne Wurzeln aus x. Du darfst jeden x-Wert einsetzen.

Gerader Grad

Beispiele: , x⁴, −2x⁶+1.

Beide Enden zeigen in dieselbe Richtung.

a > 0: links hoch, rechts hoch a < 0: links runter, rechts runter

Ungerader Grad

Beispiele: , x⁵, −x³+2x.

Die Enden zeigen in verschiedene Richtungen.

a > 0: links runter, rechts hoch a < 0: links hoch, rechts runter

Graphen-Check

5. Funktion und Ableitung am Graphen erkennen

Die Ableitung ist nicht der Höhen-Graph. Sie ist der Steigungs-Graph.

1
f steigt
Dann ist die Steigung positiv: f'(x) > 0.
2
f fällt
Dann ist die Steigung negativ: f'(x) < 0.
3
f hat Hoch- oder Tiefpunkt
Die Tangente ist waagerecht: f'(x)=0.
Merksatz: Extrempunkte von f werden zu Nullstellen von f′.
f f′ Hochpunkt von f Nullstelle von f′ Tiefpunkt von f Nullstelle von f′

Blau ist f, grün gestrichelt ist f′. Bei Hoch- und Tiefpunkten von f trifft f′ die x-Achse.

6. Definitionsmenge und Wertemenge

D fragt nach erlaubten x-Werten. W fragt nach möglichen y-Werten.

Definitionsmenge D

Frage: Welche x-Werte darf ich einsetzen?

Bei Polynomfunktionen gilt:

D = ℝ

Beispiel: In f(x)=x³−2x+1 darf jede reelle Zahl eingesetzt werden.

Wertemenge W

Frage: Welche y-Werte können herauskommen?

f(x)=x²−4

Die Parabel hat den tiefsten Punkt bei −4.

W = [−4, ∞)
Unterscheidung: D liest du auf der x-Achse. W liest du auf der y-Achse.

7. Grenzwerte bei gebrochen-rationalen Funktionen

Gebrochen-rationale Funktionen sind Brüche mit x. Wichtig sind verbotene Stellen und das Verhalten für sehr große oder sehr kleine x-Werte.

Verbotene Stellen

f(x) = (x+1)/(x−2)

Der Nenner darf nicht 0 werden.

x−2 = 0 ⇒ x = 2

Also ist x=2 verboten: D = ℝ \ {2}.

Grenzwert für x → ∞

Vergleiche die höchsten Potenzen im Zähler und Nenner.

FallErgebnis
Grad oben < Grad untenGrenzwert 0
Grad oben = Grad untenQuotient der führenden Koeffizienten
Grad oben > Grad untenkein endlicher waagerechter Grenzwert
Beispiel: (2x²+1)/(x²−3)

Oben und unten ist der höchste Grad 2. Also vergleicht man die Zahlen vor x²:

2 / 1 = 2

Der Graph nähert sich der waagerechten Asymptote y=2.

8. Mini-Trainer

Kurze Karten zum Wiederholen. Tippe auf „Antwort zeigen“.

Was ist 180° im Bogenmaß?
π
Amplitude von f(x)=−4sin(x)?
4, weil die Amplitude |a| ist.
Periode von sin(3x)?
2π/3
Was bedeutet f′(x) < 0?
Der Graph von f fällt an dieser Stelle.

9. Prüfungsquiz

Gib die Antworten kurz ein. Erlaubt sind zum Beispiel π/2, pi/2, 240.

Checkliste vor der Klausur